Meditation ist Vergegenwärtigung dessen, was ist, Gewahrsein im diesem Moment,
Hinschauen, sich des Entstehens, Verweilens und Vergehens im Hier und Jetzt bewusst sein, Loslassen, vor allem der Identifikation mit dem Erlebten.
Das ist das Ende der Ich-Vorstellung.
Oft sitzt unser Körper zwar auf dem Kissen, doch der Geist ist sonst irgendwo,
zumeist in der Vergangenheit oder der Zukunft.
Wir üben, das Erleben des Körpers und die Aktivitäten des Geistes zusammenbringen,
so dass wir wissen, was jetzt wirklich ist oder geschieht.
Wenn wir das schaffen, können wir alles Bedingte in uns beruhigen und wirklich sehen.
Und was sehen wir dann?
Wir erkennen den Herzgeist, erst als befleckt von allem Möglichen und deshalb unruhig,
doch wenn wir über lange Zeit üben,
werden wir ihn einst als das erkennen, was er wirklich ist: ruhig,
hell strahlend, freudvoll, wohlwollend und frei.
(RH)
Was ist Befreiung? (erschienen in der BA)
Nach den Suttanta Überlieferungen ist Befreiung nicht mehr und nicht weniger als die Aufhebung aller Formen von Verlangen, Ablehnung und Täuschung, die unser Fühlen und Wahrnehmen vorübergehend beflecken. Geschieht dies beispielsweise in einem Zustand der meditativen Versenkung oder durch die Verwirklichung von liebevoller Güte, sprechen wir von der Herzensbefreiung. Diese ist jedoch nicht bleibend. Kommt zu diesem Zustand allerdings noch die tiefe Einsicht in die Wirklichkeit der Erscheinungen hinzu, sprechen wir von Weisheitsbefreiung. Beides zusammen realisiert, macht das Herz irreversibel frei von allen Trieben und das Endziel im Hier und Jetzt ist erreicht. Und dies ist ein überaus glücklicher Zustand, das Nibbāna.
(Jinavaro Raimund Hopf)
Der Herausgeber der Zeitschrift, Hendrik Hortz, schreibt dazu im einleitenden Wort des Redakteurs: Als besonders gelungen empfinde ich die Geschichte des Sohnes Buddhas, Rāhula, die unser Autor Raimund Hopf ab Seite 10 ausbreitet. Sie ist kein trockener histo- rischer Text, sondern wunderbar farbige narrative Re- ligionswissenschaft. Rāhula wird vor unserem inneren Auge als junger Mensch lebendig, der erst durch seinen Vater in jungen Jahren verlassen, später dann Teil der spirituellen Gemeinschaft Buddhas wird. Seine Mutter und sein Opa kommen ebenfalls zu Wort. Eine antike Familienaufstellung: