Lehrer

Der Buddha

Der historische Buddha Gotama ist unserer höchster Lehrer: „Der Erhabene ist es, der weiß; er ist es, der sieht. Er ist das Auge, er ist das Wissen, er ist der Dhamma, er ist der Heilige. Er ist der, der spricht, der Verkünder, der die Bedeutung klarmacht, der Geber der Todlosigkeit, der Meister des Dhamma, der Wahrheitsfinder.“ (MN18)
Als der Erhabene diesen Körper verließ sprach er zu Ānanda: „Es mag sein, Ananda, dass einige von euch sagen werden: ‚Ohne den Buddha, den erhabenen Lehrer, gibt es keinen Lehrer für uns.‘ Doch, Ananda, so solltet ihr nicht denken. Was ich euch als Dhamma und als Vinaya gelehrt und bekanntgemacht habe, wird euer Lehrer sein, wenn ich weg bin.“ (D16)

Ānanda, als er später zwei Brahmanen antwortete: „Es gibt keinen Einzigen, der vom Erhabenen, der weiß und sieht, der vollendet und vollkommen erleuchtet ist, so ernannt wurde: ‚Er wird eure Zuflucht sein, wenn ich gegangen bin‘, an den wir uns jetzt wenden… Es gibt keinen Einzigen, der vom Sangha gewählt und von einer Anzahl älterer Mönche so ernannt wurde: ‚Er wird unsere Zuflucht sein, nachdem der Erhabene gegangen ist‘, und an den wir uns jetzt wenden. Doch wir sind nicht ohne Zuflucht, wir haben den Dhamma als unsere Zuflucht.“ (MN108)

Als Suttantika folgen wir den ältesten Überlieferungen des historischen Buddha und gehen davon aus, dass niemand den Dhamma besser lehren kann, als der Erhabene selbst es getan hat. Alle Belehrungen beruhen auf ihm, gehen auf ihn zurück und können letztlich nur durch die Suttas überprüft werden, selbst der Vinaya-Pitaka. Wer den Dhamma sieht, sieht den Buddha. Wer den Buddha sieht, sieht den Dhamma. Wer die Suttas liest, lernt den Dhamma, wer den Dhamma lernt, liest die Suttas.

Wir folgen dem Vinaya in der Regel, dass ein "Anfänger" im Orden mindestens für fünf Jahre einen Achariya, einen Lehrer als Anleiter, braucht. Für einen Laien gehen wir dabei eher von zehn Jahren aus. Doch dieses Verhältnis wird beschrieben als eine Freundschaft mit gegenseitiger Verantwortung und kann den Lehrer, den Buddha, nie ersetzen.


Der Ehrwürdige Bhikkhu Bhodi

Der Ehrwürdige Mönch Bodhi, geboren 1944, ist amerikanischer Mönch, der nach einer Promotion in Philosophie nach Sri Lanka reiste, wo er 1972 die buddhistische Novizenweihe und 1973 die Hochordination erhielt. Von 1984 bis 2002 war er Herausgeber der Buddhist Publication Society in Kandy, wo er zehn Jahre lang mit dem Ehrwürdigen deutschen Mönch, Mahāthera Nyanaponika (1901-1994), zusammenlebte. Er kehrte 2002 in die USA zurück, lebte und unterrichtet zunächst in der Bodhi Monastery und dann im Chuang Yen Kloster in Carmel, New York. Bhante Bodhi hat viele wichtige Publikationen veröffentlicht, sowohl als Autor und Übersetzer, als auch als Redakteur der Buddhist Publication Society. Besonders dankbar sind wir ihm für seine guten englischen Übersetzungen des Majjhima Nikaya (1995), Samyutta Nikaya (2000), Anguttara Nikaya (2012) und  - gerade erschienen - des Suttanipāta. Für die Suttanta-Gemeinschaft ist Bhante Bodhi der wichtigste Mönchs-Lehrer, nicht nur, weil Jinavaro und Sīlananda vor ihm ihre Lebensgelübde ablegten, sondern besonders weil seine Sutta-Übersetzungen und deren Studium die Entstehung der Suttanta-Gemeinschaft überhaupt erst ermöglicht hat. Bhante ist nicht nur ein sehr gelehrter, bescheidener und humorvoller Mensch, er gehört wahrscheinlich auch zu den progressivsten und engagiertesten Denkern der Neuzeit im Theravāda-Buddhismus, der uns besonders durch seine Authentizität und Treue zu Buddhas Worten ein großes Vorbild ist. Bhante hat viele Freunde in Deutschland und nimmt schon lange Anteil an der Entwicklung des Buddhismus, besonders auch in Hamburg. Zusammen mit seinen Freunden hat Bhante auch eine Hilfsorganisation ins Leben gerufen, zu deren Unterstützung wir gerne aufrufen möchten und an deren deutscher Niederlassung wir arbeiten. 

Mehr unter: www.buddhistglobalrelief.org , de.wikipedia.org/wiki/Bhikkhu_Bodhi , bodhimonastery.org/ven-bhikkhu-bodhi.html , baus.org/en/category/activities/bhikkhu-bodhi


Jinavaro

Jinavaro (Raimund Hopf) möchte sich nicht als geistlicher Leiter verstehen und lehnt Hörigkeit gegenüber einem Guru ab. Er selbst hatte verschiedene Lehrer unterschiedlicher Traditionen, sowohl im Westen als auch in Asien. Am meisten folgt er den Erklärungen und der Weisheit von Bhante Bodhi. Hier vor Ort ist er derzeit unser Suttanta-Lehrer. Seine Lehrbefähigung lässt sich zwar auch auf die Autorisierung durch seine Lehrer ableiten, doch nach unserem Verständnis als Suttantika besteht sie in Kenntnis und Verständnis der ursprünglichen authentischen Pāli-Nikāya Suttas, die für ihn die Richtschnur der buddhistischen Praxis sind. Dazu kommt die Fähigkeit der Vermittlung und eigene Erfahrung in Praxis und Umsetzung. Jinavaro ist dem Buddhismus erstmals 1985 auf einer Asienreise in Südostasien begegnet, lebte vier Jahre in Japan, studierte in Hamburg und am Karmapa International Buddhist Institut in New Delhi und war Mönch in der Waldklostertradition des Dhammayut-Nikaya in Thailand. Jinavaro lebt seine Gelübde jetzt als Laie im Zölibat, schreibt und übersetzt, arbeitet als Lehrer in der Erwachsenenbildung und unterrichtet Achtsamkeitstraining, Meditation und ursprünglichen Buddhismus. Zusammen mit Freunden hat er den Buddha-Talk ins Leben gerufen und setzt sich u.a. gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch, für Tierschutz und  Gleichberechtigung und für die Einheit der Buddhisten ein.



Info-Video

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